Sonntag, 27. September 2020


Theater

20. September 2019

Hard Drive

Theatraler Crashtest in einem Unfallauto von O-Team

Premiere am Freitag, 20. September um 16:00 / 17:30 / 19:00 und 20:30 Uhr, Mariahilfplatz

Weitere Termine:
21./22. September 2019:
um jeweils 11:00 / 12:30 / 14:00 Uhr
17:00 / 18:30 / 20:00 Uhr
27. September:
um 16:00 / 17:30 / 19:00 / 20:30 Uhr
28./29. September 2019
um jeweils 11:00 / 12:30 / 14:00 Uhr
17:00 / 18:30 / 20:00 Uhr

Dauer: je 1 Stunde

Tickets: 18 € / 10 €
über München Ticket unter Tel. 089 / 54 81 81 81
oder unter www.muenchenticket.de
Achtung: stark begrenzte Platzzahl!

Weitere Aufführungen:
30.01. – 09.02.2020, Imaginale Stuttgart (Internationales Theaterfestival animierter Formen)
25.04. – 03.05.2020, öffentlicher Raum, Theater der Stadt Aalen

»Hard Drive« von O-Team ist der erste Teil der zweijährigen Projektreihe »CRASH«, die im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. Ein Unfallauto, das Spielort und animierter Darsteller zugleich ist, wird auf dem Mariahilfplatz im Herzen Münchens installiert. Von einer künstlichen Stimme geleitet sind jeweils vier Zuschauer eingeladen, in diesen Überresten des Autos Teil eines virtuellen Crashtests zu werden. O-Team untersucht den Unfall als das Verdrängte von Technik und Fortschritt. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob nicht auch im Unfall eine Produktivkraft steckt und warum wir - trotz aller Rückschläge und Gefahren und obwohl wir mit immer mehr Neuem auch immer mehr Unfälle und Schrott produzieren - immer noch an den technischen Fortschritt und seine Versprechen glauben.

Ein Unfallauto steht auf dem gespenstisch leeren Mariahilfplatz im Herzen Münchens. Deformiertes Blech, ein Spinnennetz aus Sprüngen und Rissen auf der Windschutzscheibe: Geschwindigkeit, Energie, Aufprall sind zur Skulptur gefroren.
Von einer künstlichen Stimme geleitet werden vier ZuschauerInnen eingeladen, in diesem deformierten, »automated talking car« Platz zu nehmen. Als temporäre Insassen werden sie Teil eines virtuellen Crashtests. Das Unfallauto wird damit nicht nur zu einer temporären Spielstätte im öffentlichen Raum, sondern tritt als Akteur und Erzähler auf. Dabei ist es den Insassen teilweise selbst überlassen, welcher Erzählung sie folgen wollen. Je nach Zuschauerverhalten werden in der interaktiven Audioinstallation unterschiedliche Tracks getriggert und abgespielt. Die Erzählung kreist dabei um grundsätzlichen Fragen: Lässt sich Freiheit programmieren? Wieviel Autonomie wollen wir? Und nicht zuletzt: wer programmiert hier eigentlich (für) wen?


Hintergrund
Der Philosoph Paul Virilio behauptet 2005 in seinem Essay »Der eigentliche Unfall«, dass die Moderne mit ihrer Versessenheit auf das immer Neue gleichzeitig gefährliche Kuckuckseier ausbrütet. Jede neue Technologie trägt neue Unfälle in sich, die zwangsläufig früher oder später eintreten werden. Obwohl so bereits in den 1990ern der Unfall nicht als Ausnahme, sondern als systemimmanent identifiziert wurde, hat sich am Technikglauben unserer Gesellschaft, die mit immer mehr Neuem auch immer mehr Schrott produziert, bis heute wenig geändert.

Zur Spielzeiteröffnung des HochX setzt O-Team seine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen moderner Technik auf Leben, Gesellschaft und künstlerische Praxis fort. Das Team untersucht am Motiv des selbstfahrenden Autos in einer immersiven Installation die Kollateralschäden technischer Erfindungen und verortet sich damit inhaltlich in den süddeutschen Industrieregionen für Hochtechnologie und Autoindustrie.

Als Fetischobjekt und Symbol für individuelle Freiheit ist das Auto das Medium der Mobilität par excellence. Glaubt man den Heilsversprechen der technischen Optimierung unserer Gesellschaft, dann wird die Mobilität der Zukunft dank autonomem Fahren nachhaltig, digital und sicher wie noch nie: »Vorsprung durch Technik.« Doch wenn die Erfindung des Autos auch die Erfindung des Autounfalls ist, welche Folgen hat es, wenn demnächst künstliche Intelligenz (KI) in unser Leben eingreift? Und was bedeutet es für die Zivilgesellschaft, dass die Technologie autonom fahrender Autos auf Forschung des Militärs basiert?

Die Reihe CRASH
»Hard Drive« ist der Auftakt der zweijährigen Projektreihe »CRASH«, die im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. Mit CRASH untersucht die Stuttgarter Theatergruppe O-Team in Zusammenarbeit mit dem Theater Aalen und dem HochX München den Unfall als das Verdrängte von Fortschritt und Technik. Vier Einzelprojekte gehen aus von technischen Objekten, die selbst zu Akteuren werden. Gemeinsam mit den Figurenspieler*innen Antje Töpfer & Florian Feisel vertieft O-Team die Entwicklung eines performativen Objekttheaters, das uns eine zeitgemäße Erzählformen für eine posthumanistische Technikgesellschaft scheint. Durch zwei Jahre »CRASH« zieht sich ein zur Skulptur gefrorener Aufprall: Ein reales Autowrack, das als Akteur und Spielstätte neue Formen gastspieltauglicher Produktionen ermöglicht und einmal durch die halbe Republik tourt.



Neuigkeiten

Sophia, der Tod und ich

von Thees Uhlmann
Premiere am Di, 15. September 2020 um 20:00 Uhr im Zentraltheater
Regie: Max Wagner
Mit: Jan Viethen, Thiemo Meitner, Marysol Barber-Llorente
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Requiem für Verschwundene

Eine Hörinstallation für einsam und unbemerkt Verstorbene und für diejenigen, die zukünftig einsam und unbemerkt sterben werden
von Gesche Piening
19. September bis 22. November 2020
Die Installation ist einzeln besuchbar und findet ganztags unter freiem Himmel neben der St. Lukaskirche (Mariannenplatz, 80538 München) statt. Eintritt frei.
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Wir waren nie weg. Die Blaupause

Ein heimattreuer Western von Christiane Mudra
Aktualisierte Wiederaufnahme zum 40. Jahrestag des Oktoberfestattentats
am Mittwoch, 23.09. 2020 um 18:00 Uhr
und am Sonntag, 27.09. um 14:30 Uhr
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Hotel Giesing

Das Viertel bleibt dreckig und die Kunst frei
Ein dunkeldeutsches Singspiel
von Cornel Franz und Markus Lehmann-Horn
Mittwoch, 30. September und Donnerstag, 1. Oktober 2020 um 20:00 Uhr im UTOPIA
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Hirn der Finsternis

Ein Spiel um Gehen und Vergessen von Traummaschine Inc
Für alle ab 10 Jahren.
Uraufführung am Donnerstag, 15. Oktober 2020 im Ostpark in Berg am Laim
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Kein Kläger

NS-Juristen und ihre Nachkriegskarrieren
Ein interaktives Game im Stadtraum mit Zeitzeugnissen und Schauspielern von Christiane Mudra
Am Mi, 28.10. und So,0 1.11. um 19:30 Uhr,
Fr, 30.10. und Sa, 31.10. um 18:00 Uhr im Rahmen des RODEO-Festivals
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Die Haltestelle

Endlich wieder zu sehen!
Die Haltestelle
Ein Theaterstück von Stefan Kastner
Wiederaufnahme am 10. und 11. November 2020 im schwere reiter
Mehr Infos dazu in Kürze!
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Karl im All zu Hause

Musiktheater von Cailtin van der Maas
Premiere am 4. Februar 2021 im schwere reiter
Weitere Vorstellungen: 5. – 07. Februar 2021
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Kulturletter

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